Ein Berg, zwei Gesichter, eine Leidenschaft: Iztok Kvas und das Pohorje
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https://www.visitpohorje.si/en/bike-park-mariborsko-pohorje/
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[Iztok Kvas] (0:00 - 0:54)
Hallo, mein Name ist Iztok Kvas, ich komme aus Maribor. Ich arbeite auf Pohorje seit 1996. Und das erste Mal habe ich hier angefangen zu arbeiten als erster Snowboardlehrer.
Also mein Background ist Snowboarding. Ich bin das Präsident für den Mountainbike-Verein, Društvo gorskih kolesarjev Pohorje, der die letzten 25 bis 30 Jahre verantwortlich war für alle nationalen oder internationalen Mountainbike-Events, die hier stattgefunden haben. Und seit 2006, wenn wir das Bikepark mit dem Firmasportzentrum Pohorje gegründet haben, mit unserem Team und dann auch von der Unterstützung von den ganzen internationalen Rennen, die uns bestätigt haben, dass Pohorje ein super Berg ist für die Mountainbike-Aktivitäten.
[Sabrina] (0:55 - 1:44)
Ja, es ist ja so, dass der Park seit 1999 Austragungsort internationaler Downhill-Rennen ist und die World Cup-Strecke gilt als legendär. Jetzt ist eben seit 2006 dieser Bikepark darum gestrickt worden, auch immer mehr gewachsen. Es ist für Anfänger, für Fortgeschrittene, für Familien.
Es gibt diverse Trails, die man runtersausen kann. Durch den Wald, den Berg hinunter, fast bis ins Zentrum von Maribor. Es ist ein super beliebtes Ziel für alle Mountainbiker und Downhill-Fahrer.
Wenn du jetzt heute oben auf dem Berg stehst und auf Maribor herunterblickst, was hast du damals hier gesehen, was andere Menschen nicht gesehen haben für die Entstehung dieses Bikeparks?
[Iztok Kvas] (1:44 - 2:47)
Wir haben damals gesehen, dass die Leute, die uns hier besuchen haben für das internationale Event, dass die voll begeistert waren. Wir haben gesehen, dass die Schneesaison immer mehr Probleme uns bringt, weil nicht lang genug ist oder gar keinen Schnee hat. Das technische Schnee zur Produktion kostet so viel Geld.
Dann haben wir eine Alternative gesehen, das in Mountainbiketourismus das sein könnte. Deswegen haben wir uns damals entschieden und alle Energie in diese Richtung gelegt, dass wir dieses Bikepark auf einem internationalen Niveau machen. 2010 war das ein internationaler Durchbruch vom Bikepark Pohorje.
Da konnten wir uns neben dem Schladming oder Leogang schon in die Reihe stellen. Da haben wir schon was zu zeigen gehabt.
[Sabrina] (2:48 - 3:04)
Bis es soweit kam, gab es ja dennoch einige Hürden, die ihr genommen habt und denen ihr euch gestellt habt. Wann war der Moment, wo ihr gesagt habt, von der Idee bis zur Umsetzung, es wird funktionieren?
[Iztok Kvas] (3:05 - 3:54)
Das war 2006, also schon früher, 2005. Also das ganze Team, das hier im Skigebiet gearbeitet hat. Du brauchst sehr viele Leute im Winter, aber du hast keine Arbeit für sie im Sommer.
Es war sehr wichtig, dass wir genug Arbeit für die ganzen Leute da haben, auch für das ganze Jahr. Ich habe dann gesagt, das Bikepark könnte eine Kopie des Skibusinesses, also vom Ski-Entwicklung sein für den Sommer. Das, was sich heute ergibt, ist, dass wir dieselben Liften benutzen.
Jedes Jahr kommt eine neue Lift dazu, die nur im Winter benutzt wurde. Jetzt benutzen wir sie auch im Sommer. Und jetzt kommen auch die Touristen, die unser Business benutzen.
[Sabrina] (3:54 - 4:47)
Das heißt, ihr hattet eigentlich die Idee und dann die Argumente zu sagen, wir haben hier einen super Berg, eine super Infrastruktur für den Winter. Wir müssen diese Infrastruktur auch nutzen für den Sommer, um zum einen die Mitarbeiter zu behalten, aber zum anderen auch den Leuten was zu bieten, die hier gerne herkommen. Oder die es vielleicht noch gar nicht kennen, aber dieses Gebiet kennenlernen können.
Und denen habt ihr wirklich einen Park erschaffen mit mehreren Strecken, der jetzt nicht nur für Extremsportler, sondern auch für Anfänger und Familien super geeignet ist. Welche Gründe gäbe es für irgendjemand, da nicht zuzustimmen?
[Iztok Kvas] (4:47 - 5:39)
Ja, aber man muss schon sagen, dass 2006 das nicht so war wie heute. Heute ist für jeden klar, im Sommer fährt man Mountainbike. 2006 war es nicht so.
Mountainbike war schon ein bisschen Extremsport damals. Maribor ist ein super traditionelles Skigebiet. Das erste Gondel wurde hier gebaut, ich glaube 1954 oder 1957 in Jugoslawien.
Dann war der Alpinweltcup über 55 Jahre hier. Die Leute haben immer das Berg über den Winter gearbeitet, wie Skigebiet. Und dann im Sommer war das Berg zu bereiten für das nächste Winter.
Also es war nicht ganz so. Das muss uns schon viele Jahre erinnern, dass jetzt Sommertourismus gekommen ist.
[Sabrina] (5:39 - 6:09)
Das heißt, es war eigentlich auch so, oder man kann sagen, ihr habt mit der Tradition gebrochen, in einem Wintersportort mit dem Thema Sommer und Mountainbike anzufangen. Und wart aber ja letztendlich auch erfolgreich, weil sonst wären wir jetzt nicht hier, wo wir gerade sind. Wer hat denn dann an die Idee geglaubt und warum?
[Iztok Kvas] (6:10 - 7:02)
Ja, es waren ein paar Leute vom Management, die dann uns im Hauptmanagement geholfen haben, die Leute zu bezeugen. Es waren verschiedene Bürgermeister. Und die Leute, die für den Verkauf von Hotels waren, die haben natürlich gesucht, weil sie keine Produkte für Hotels verkaufen konnten.
Und Hotels werden immer gebaut, immer gebaut, aber drei Monate nur die Hotels zu verkaufen, war super zu wenig. Die Investition hat sich vom Winter nicht mehr zurückgekommen. Und diese Leute haben am meisten geglaubt, dass wir die Sommerprodukte brauchen.
Wir haben natürlich auch das Sommerrodelgang gebaut, Adrenalinpark, was weiß ich, hunderte Produkte. Aber ich habe immer an den Bike-Produkten am meisten geglaubt, weil, wie gesagt, für mich war das nur eine Kopie vom Skitourismus.
[Sabrina] (7:02 - 7:37)
Dann ist es ja eigentlich sehr nachhaltig auch, damals von euch schon gewesen, zu sagen, hey, wir nutzen das, was da ist und schaffen noch mal mehr Angebot, um es eigentlich noch mal mehr zu nutzen. Also die Gondel und die Hotels und klar, der Wald ist da und der Berg ist da, aber wo ist vielleicht so ein bisschen Problematik beim Nutzen der Natur, beim Nutzen des Waldes und des Berges? Also wie viel Verantwortung musstet ihr da übernehmen?
[Iztok Kvas] (7:38 - 8:32)
Ja, erstmal natürlich mit Naturschutz und Waldschutz haben wir dann ausgemacht, wie man bei der Trailsangebung in die Natur macht. Also wir dürfen keine Bäume weg tun oder müssen wir mit denen besprechen, dass die kommen und sagen, okay, das kann weggehen und das. Und das war dann noch das zweite Problem, waren die Hikers.
Wenn Sie sich umschauen, jeden Tag gehen sehr viele Leute auf diesen Berg. Und natürlich sind wir mit Trails auf dem Grund oder auf dem Wege von den Hikers gekommen. Und von diesen Leuten war ein sehr großes Revolt, weil die haben ihre Ruhe gehabt, über Sommer war hier nichts los und jetzt kommen auf einmal Bikers.
[Sabrina] (8:33 - 8:34)
Aber was war dann die Lösung?
[Iztok Kvas] (8:35 - 9:50)
Ja, wir haben mit Bikern gearbeitet, dass die dich ein bisschen auch kultiviert, dass die Leute gesehen haben, okay, da sind nicht nur die wilden Extremsportler, die keine Rücksicht nehmen auf niemanden, dass das eigentlich auch eine Familie sein könnte mit einem zehnjährigen Kind. Dann haben wir viele Meetings gehabt mit dem Besitzer, mit dem Wanderer, mit den Bergvereinen, mit den Hikersvereinen. Jeder muss dann ein bisschen zurücktreten.
Auch wir konnten nicht überall die Strecken bauen, nur für Bikers mussten auch wir Rücksicht nehmen. Und natürlich waren die Wanderer dann auch gesagt, okay, wenn die auf den Strecken angezeigt sind und die Kreuzungen angezeigt sind, dann ist das okay für uns, wenn sie nicht überall fahren. Und dann haben wir gesehen, wenn wir gute Strecken haben und viele Strecken, dann fahren sie nicht so viel illegal.
Das war dann die Lösung. Super Strecken, geile Strecken, dass die keine Zeit haben zu denken, okay, wo fahren wir noch heute, weil hier zu langweilig ist.
[Sabrina] (9:51 - 10:04)
Ein gutes Angebot zu schaffen sozusagen. Was war so die Motivation, trotz dieser Schwierigkeiten immer weiterzumachen, auch für dich persönlich?
[Iztok Kvas] (10:05 - 11:50)
Ich weiß nicht, ich bin mit diesem Berg hochgezogen. Ich bin vor drei Jahren angefangen mit Skitraining, also habe ich Skifahren trainiert hier bis zehn Jahre. Und ich habe immer diesen Berg gehalten, dass es etwas Besonderes ist für Maribor.
Ich habe immer gedacht, dass nicht jede Stadt oder nicht viele Städte sind, dass so ein Berg so nah zu dem, so sagen wir, mit der großen Stadt oder kleinen Stadt in der Nähe ist. Und das war ein Privilegium für uns. Für mich ist das eine Hochqualität aus Leben, dass du dieses Berg ausnutzen kannst.
Und es zieht mich immer noch. Ich kann die Verbindung nicht einfach bestrichen oder zerreißen. Und das hat mich immer das Energie gegeben, dass wir für das gekämpft haben, dass wir die Leute, die traditionell Skifahren, orientiert waren, dass wir beweisen konnten, dass das Mountainbike das neue Ding für Maribor ist.
Und dann besonders, wenn die Weltcup, Alpin-Weltcup, jetzt, weiß ich nicht, sieben Jahre zurück schon, ich weiß nicht, wie viele Mal schon nach Kranjska Gora gezogen wurde. Und dann haben wir gepusht, dass Mountainbike-Weltcup eine neue Alternative sein könnte. Weil Bikepark ist sehr weit gekommen.
Aber ich glaube, es ist noch so viel Platz für Entwicklung dieses Produktes, dass wir noch viel Arbeiten haben, alle zusammen. Das ist die Leitung vom Bikepark, die Hotels, und besonders die Stadtleitung.
[Sabrina] (11:51 - 12:16)
Bei dir ist es ja so, dass praktisch deine ganze Familie jetzt mit dir arbeitet. Dein Sohn leitet die Downhill-Schule, der eine Sohn, der andere hilft im Bike-Bereich. Deine Frau und deine Tochter unterstützen im Gasthaus.
Wann wurde dir so bewusst, dass diese Leidenschaft und der Berg eigentlich eine Familiengeschichte auch sein kann?
[Iztok Kvas] (12:16 - 12:48)
Das ist völlig ungeplant. Mein ältester Sohn, der Bike-Schule jetzt leitet, er leitet auch Snowboard-Schule, weil wir haben erst mal die Snowboard-Schule hier gehabt. Beide Söhne sind mit mir also in diesen Sporten gewachsen.
Also die waren jeden Tag hier mit mir im Winter im Snowboarding und dann im Sommer natürlich dann im Mountainbike. Und ja, jetzt hat sich hier entwickelt, dass die ganze Familie, jetzt ist es auch Tochter, eine Frau hilft hinten mit Papieren und so. Aber das war nie geplant.
[Sabrina] (12:48 - 13:01)
Was wäre denn jetzt, wenn ein junger Mensch zu dir kommt und sagt, ich habe eine Idee, aber alle anderen halten diese Idee für verrückt. Was würdest du dem sagen? Zumal wenn ich seinen Sohn kenne und hätte eine ganz tolle Idee.
[Iztok Kvas] (13:02 - 13:15)
Ja, natürlich hätte ich ihm sagen, du musst an das glauben, was du für richtig hältst, wenn du glaubst an es. Und wenn du das gerne machst und es dir super Freude macht, dann ist das der richtige Weg.
[Sabrina] (13:15 - 13:19)
Wenn du dir jetzt heute den Bikepark anschaust, bist du stolz?
[Iztok Kvas] (13:20 - 14:46)
Ja, ich bin super stolz. Ich bin besonders stolz auf die ganzen Weltcups, weil das waren so super Erfahrungen. Und natürlich ist die Entwicklung des Bikeparks nur spontan dabei gelaufen, bei den Rennen.
Und jetzt auch die letzten Rennen, die wir gemacht haben, 2021, das ist jetzt schon so ein super Sportstandard, das Mountainbikesport erreicht hat. Weil 1999 war das wirklich ein Zirkus für Extremsportler, dass die Leute hier geschaut haben, was machen die hier. Und das war nur Party, die ganzen Tage dann direkt fahren.
Also da hat nichts viel mit dem heutigen Sport zu tun. Jetzt sehe ich das auf dieser professionellen Ebene, der sich mit jedem anderen Sport vergleichen könnte. Und das macht mir super Freude, weil ich sehe auch hunderte Kinder, wie sie sich entwickeln und dass sie in diesem Sport ein Potenzial sehen.
Weil damals jemand zu sagen, dass du Mountainbike trainieren gehst, was? Das ist kein Sport. Das ist eine Extremsache, die nur verrückte Leute machen.
Und natürlich sehe ich, dass das Bikepark viel bringt, auch wenn ich spreche mit den Besitzern von den Hotels, auch die Leute in der Stadt, in Restaurants, die merken einfach, dass die Leute da sind, die für den Bikepark gekommen sind.
[Sabrina] (14:47 - 14:49)
Wo siehst du den Bikepark in der Zukunft?
[Iztok Kvas] (14:51 - 16:55)
Ja, ich sehe ihn schon 20 Jahre. Ganz, wie gesagt, ein europäischer Wiesler. Das war immer unser Ziel, weil Wiesler ist der größte Bikepark der Welt.
Und da kommen 4000 Leute pro Wochenende. Wir haben, wenn ein guter Tag ist, bis 700, 400, 700 Leute. Also meine Dimension war, immer den ganzen Berg zu verbinden, auch mit anderen Skigebieten.
Weil Pohorje ist ein 70 Kilometer langer Berg und es gibt noch zwei Skigebiete, Kope, der sich jetzt super entwickelt, auch in Bikepark Richtung. Und mein Traum war immer, Pohorje im internationalen Markt zu verkaufen. Aber das wollte ich immer schon, die anderen Skigebiete vorstellen.
Wenn wir den Mountainbike-Weltcup machen, das hilft auch euch. Nicht direkt, dass ein Gäste zu euch kommt, aber die Leute hören auf Pohorje. Dann hören sie auf Rogla und Kope, die anderen Skigebiete.
Und ich sehe den Bikepark immer noch als einer der größten in Europa, weil die Lage ist super. Es ist so zentral positioniert. Jedes Jahr haben wir mehr Kunden aus Kroatien, Serbien.
Besonders dieses Jahr sind viele da. Und das heißt, dass sich auch dieses Balkanmarkt in diese Richtung entwickelt. Und natürlich unsere Standgäste, Österreich, Deutschland, kommen sowieso.
Aber ich wünsche mir, dass Bikepark und Maribor eine Urlaubsdestination werden können. Ich sehe auch Nightbikepark wie Nightskifahren. Schon wieder das Kopie-Pass vom Skifahren.
Aber für uns wäre das super, weil dann kannst du fahren von, sagen wir, bis fünf, sechs, bis neun, wo es angenehmer ist. Und wir können das, ja.
[Sabrina] (16:55 - 17:12)
Wenn du die Möglichkeit hättest, acht Wörter auf einer Plakatwand zu platzieren, die Slowenien bewerben sollen. Und Menschen aus Deutschland, Österreich und der ganzen Welt würden diese Plakatwand sehen. Welche acht Wörter würdest du für Slowenien da platzieren?
[Iztok Kvas] (17:13 - 17:15)
Acht Wörter sind viel für ein Plakat.
[Sabrina] (17:15 - 17:17)
Ja, aber es ist ein großes.
[Iztok Kvas] (17:18 - 17:34)
Großes Jumbo. Ja, Slowenien. Also super Singletrails. Bikepark natürlich. Super geshapte Bikepark. Gutes Essen und wunderbare Natur.