S4E4: Burg Ormož – Eine Gräfin, ein Geheimnis und der höchste Burgturm Sloweniens
[Sandra]
Hallo, ich bin Sandra Janžekovič, ich bin die Fachmitarbeiterin für Kultur. Ich arbeite in dem Öffentlichen Institut für Tourismus, Kultur und Sport der Gemeinde Ormoz.
[Sabrina]
Schön, dass wir heute bei dir sein dürfen in Ormoz, in der Burg Ormoz. Und bevor wir darüber sprechen, müssen wir eine ganz entscheidende Frage klären, weil in der Vorbereitung auf unser Interview habe ich hier und da Burg gelesen. Und ich dachte, okay, Grad Ormoz aus dem Slowenischen ist wahrscheinlich die Burg.
Aber dann habe ich auch Schloss gelesen und dann kam für mich sowieso die Frage auf, Moment, was ist eigentlich der Unterschied? Ich glaube, ich kenne ihn nicht. Du kannst ihn für uns ganz genau einordnen.
[Sandra]
Die Burg ist normalerweise die mittelalterliche Burg, eine Festung, die auf dem Hügel gebaut ist. Dass man dann viel sieht, weil die Burg ist immer so gebaut, dass man sie beschützt, dass die Soldaten und so weiter sie beschützen.
Ein Schloss ist eine, wie sagt man, barockisierte Burg oder ein Gebäude neu gemacht in der barocken Zeit.
Wie zum Beispiel hat man gesehen, auf der Ebene sind sie gebaut, nicht mehr auf dem Hügel. Deswegen ein Schloss. Aber unsere Burg oder Schloss kann man sehr schnell vermixen, weil unsere Burg auf der Ebene gebaut ist, nicht auf dem Hügel.
Aber es ist eine mittelalterliche Festung, deswegen ja, es ist eine Burg.
[Sabrina] Okay, wir bleiben bei Burg Ormoz, ganz egal, was jemand anderes sagt.
[Sabrina]
Wenn du jemanden Ormoz in einem einzigen Satz beschreiben müsstest, was ist Ormoz für ein Ort und warum lohnt es sich hierher zu kommen?
[Sandra]
Ja, mit einem Satz kann man das sehr schlecht so erzählen, aber Ormoz. Zuerst ist es eine sehr kleine, charmante Stadt, nur mit 2000 Einwohnern. Und es ist in dem slowenischen Teil der Untersteiermark.
So wie zum Beispiel in Österreich hat man Steiermark, hier ist auch der slowenische Teil von Steiermark, aber untere Seite, neben der Grenze von Kroatien. Das kann man auch von hier sehen, so in der Nähe ist es. Ja, was soll ich sagen, Ormoz, sehr gutes Wein, gutes Essen, und die Leute sind sehr, sehr, wie sagt man, gastfreundlich.
[Sabrina]
War fast ein Satz. War fast. Woher kommt der Name Ormoz?
[Sandra] Der Name, ja, es gibt zwei Namen für Ormoz. Einer ist der Friedau, der deutsche Name, und der, wie sagt man, nicht slowenisch, oder unser Name, Holermos.
Holermos war der erste Name, auch vor dem Friedau. Das haben sie hier immer gesagt, aber wir haben nicht gewusst, warum. Und dann habe ich ein bisschen recherchiert.
Dann habe ich gesehen, dass dieser Name Holermos aus dem Lateinischen oder Altdeutschen kann es bedeuten adliger Rabe. Und weil der Rabe auch ein Tier ist im Mittelalter, weil er etwas sagt, dass er etwas Bescheid sagt. Und deswegen geht es mit dem Ormoz, weil Ormoz war immer auf der Grenze, immer waren hier Kriege, und immer haben hier die Soldaten weiter gesagt, zum anderen Burgen oder Schlösser, etwas passiert, jemand hat gekommen, muss man eine Botschaft geben.
[Sabrina]
Also ist Ormoz ein Botschafter?
[Sandra]
Ein Botschafter, adliger Botschafter zum Beispiel. Aber ja, das habe ich recherchiert. Und Und der Name Friedau kam von den ersten Bewohnern, die ersten Besitzer der Burg, das waren die Friederich, war der Name, deswegen Friedau, Friederich.
Und sie waren aus Bayern, die Familie. Ja, aber noch interessanter, die Leute, die hier lebten in Ormoz, sie sprachen, wie sagt man, die altslowenische... Dialekt? Dialekt, ja.
Und sie haben immer Hulermus gesagt. Aber die, die dann kamen, die deutschen Adligen und die anderen Adligen, die dann in der Stadt lebten, haben Friedau gesagt. Aber unsere Leute haben niemals diese Stadt Fridau benannt.
Es waren immer...
[Sabrina]
Zwei unterschiedliche Lager, könnte man sagen, je nachdem, woher die Leute kamen. So ist es. Aber heute ist man sich einig, Ormoz.
Ja. Außer, jetzt muss ich ein bisschen doof nachfragen, ich lese wieder mal irgendwo im Netz Burg Friedau. Ist das denn immer noch richtig?
[Sandra]
Nicht mehr. Das war im Mittelalter wegen diesem Friederich. Hatte sie auch, nicht nur die Stadt, auch die Burg nach ihm benannt. Okay. Burg Friedau, ja.
[Sabrina]
Soweit reicht also die Geschichte zurück. Die Geschichte der Burg Ormoz bis ins Mittelalter. Und wie du ja anfangs so schön erklärt hast, deswegen eben auch eine mittelalterliche Burg.
Und dann gibt es bei dieser Burg den beeindruckenden Turm. Und viele Menschen glauben, dass der höchste Burgturm Sloweniens woanders steht.
[Sandra] (7:02 - 7:38)
Nämlich in... Richemberg. Aber… Das ist nicht wahr. Richemberg ist ein Turmburg in der Nähe Meer.
Andere Seite von Slowenien. Ganz andere Seite. Und immer haben sie gesagt, ja, wir haben den größten Schloss oder Burgturm Sloweniens. 27 Meter hoch. Aber letztes Jahr haben wir unsere Burg renoviert. Und ab November 2025 für die Öffentlichkeit geöffnet.
Und wir haben noch alles, wie sagt man, mit den Metern so geschaut.
[Sabrina] Ausgemessen.
[Sandra] Ja, auf den Turm. Und dann haben wir gesehen, unser Turm ist fast 47 Meter hoch. Wow, cool.
Und dann haben wir entschieden, ja, es ist wahr. Aber noch viele wissen es nicht. Wir haben den größten Burgturm in Slowenien.
Und das finde ich auch... Ja, wir hatten auch 100 Jahre gebraucht.
[Sabrina]
Um es rauszufinden.
[Sandra]
Um es rauszufinden, ja.
[Sabrina]
Aber das finde ich auch gerade so faszinierend, dass ihr jetzt sozusagen die Burg öffnet für die Öffentlichkeit als das, was es ist. Nämlich eine Burg, die man erleben soll. Geschichte, die man erleben soll. Und vorher wurde sie eigentlich genutzt für Musikschule, für andere, kann man sagen, Veranstaltungen. Aber nicht für das, was wir normalerweise erwarten, Geschichte zu erleben, die Burg als solches oder mit der Geschichte, die sie mitbringt.
Du hast im Vorgespräch erzählt, dass ihr jetzt dabei seid, viel mehr noch zu recherchieren und viel mehr noch zu entdecken. Das heißt, so wie wir sie heute an diesem Tag sehen, mit dem, was sie uns präsentiert, wird sie in zwei Jahren definitiv nicht dastehen. Wir werden noch viel mehr sehen und entdecken können.
[Sandra]
Ja.
[Sabrina]
So wie eben auch mit dem Turm, von dem ihr jetzt wisst, dass er der größte ist, der höchste ist.
[Sandra]
Wir haben noch immer, wie Sie sehen, draußen Arbeiter, sie recherchieren, sie arbeiten vieles, renovieren auch. Aber vieles haben wir schon entdeckt. Und gut, dass es immer etwas drinnen war, bevor.
Weil jetzt ist es leichter, alles zu renovieren. Es war niemals leer nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Gemeinde hat einige Räume gebraucht, die Musikschule, einige Leute haben hier gewohnt.
Und zwei, drei Räume waren immer für das Museum reserviert. Ja, alte Möbel und so weiter. Aber das sind nur zwei, drei Räume.
Und die Leute mussten immer vorher anrufen, dass jemand das öffnet und es ihnen zeigt. Und jetzt, von November 2025, 80 Prozent der Räume sind voll. Wir haben die Möbel auch gekauft von den letzten Bewohnern, die hier waren, von der Gräfin.
Und auch einige Dinge zusammengestellt, die die Geschichte von Ormoz erzählen, die sehr bedeutend für Ormoz sind. Und alles ist gemixt mit der letzten Gräfin. Auch die anderen Sammlungen.
Zum Beispiel, normalerweise sieht man in den Schlössern und Burgen die Möbel. Ja, das haben wir auch. Aber wir haben auch ein altes Kino.
Und die alten Fotografien. Weil die letzte Gräfin hat auch viel fotografiert. Oder hat auch ins Kino gegangen.
Und auch in diesem Kino kann man das Schloss im Jahr 1935 auch sehen. Damals hat sie schon hier gelebt. Alles ist mit ihr auch verbunden.
[Sabrina]
Das ist dein Thema geworden, die Gräfin. Du hast jetzt schon ein bisschen erwähnt. Vielleicht können wir eine kurze Einführung geben in diese außergewöhnliche Frau.
Und ihre Geschichte, die dich persönlich so interessiert. Wo du ganz tief eingetaucht bist. Wer war Gräfin Irma?
Und wann hat sie hier genau gelebt? Und warum ist ihre Geschichte bis heute so lebendig?
[Sandra]
So interessant, ja. Wir hatten viele Adlige n diesen 800 Jahren. Aber die ersten und die letzten. Das sind immer die Interessanten. Die ersten waren von Bayern usw. Und die letzte war eine Frau. Sehr berühmt. Sie war die Irma Wurmbrandt-Stuppach. Sie war 1886 in Schloss Perneck geboren.
Eine österreichische Frau. Aber sie hat auch aufgewachsen in Maruschewitz. Das ist in der Nähe von Kroatien.
Weil wir wissen, sie hatten auch überall die österreichischen Familien. Die Schlösser, und Burgen, auch in Slowenien und Kroatien. Es war keine Grenze damals.
Und sie ist aus der Familie Pongraz. Die Pongraz-Familie ist noch immer aktiv. Sie ist in Wien.
Einige Nachfahren sind noch dort. Und sie kam hier 1908. Sie hat diese Burg als ein Hochzeitsgeschenk bekommen von ihrem Vater.
[Sabrina]
Was für ein Geschenk!
[Sandra]
Und sie war hier mit ihrem ersten Mann. Und dann auch dem zweiten Mann. Sie hat noch einmal geheiratet.
Weil der erste Mann, der William, ist leider gestorben. Er hat im Ersten Weltkrieg gekämpft. Und sie hat dann noch einmal geheiratet.
Und sie hat geheiratet mit einem Mann, der kein Graf war. Aber ein bisschen niedriger. Das hat sie so gemacht.
Weil dann kann sie Chefin sein.
[Sabrina]
Aber war das damals nicht verpönt?
[Sandra]
Ja, sie hat immer gesagt, sie muss heiraten. Eine Frau kann nicht die ganze Burg und alles hier ... Sie hat auch Weinberge gehabt. Die Stadt und alles. Das kann sie nicht alleine alles haben. Da muss ein Mann dabei sein. Aber sie war sehr ... Wie sagt man? Klug?
[Sabrina]
Niederen Standes sozusagen.
[Sandra]
Und sie war hier bis 1945. Ende des Zweiten Weltkrieges. Weiß man, was dann passiert?
Zweiter Weltkrieg in Slowenien oder damals Jugoslawien. Es war so, dass sie alle Schlösser und Burgen in Jugoslawien genommen haben. Von den Adligen.
Und die Adligen hatten eine Chance, ob sie nach Deutschland oder Österreich oder ich weiß nicht wo, zu den anderen gehen. Familienmitglieder, die auch Adligen sind. Wenn sie hierbleiben, werden sie ermordet.
So war es. Aber interessant, Irma nicht. Wir recherchieren sie noch immer.
Wir wissen nicht, was sie gemacht hat.
[Sabrina]
Wohin sie ...
[Sandra]
Aber sie blieb hier. In Ormoz. 100 Meter von der Burg. Sie lebte hier bis 1970. Ormoz ist die einzige Stadt, die eine Gräfin hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg.
[Sabrina]
Vor allem, dann wurde sie ja auch relativ alt. 1970 und geboren war sie ...
[Sandra]
Nein, geboren ... 1886.
[Sabrina]
Ja, okay.
[Sandra]
Ja, dieses Jahr, Mai, war sie 140 Jahre alt. Und ich hatte ein Geburtstag gemacht für sie. Und ich hatte Leute gesucht, die sie gekannt haben. Weil die Leute sind noch immer hier in Ormoz, die sie damals in 1970 gekannt haben. Und ich habe die Friseuren gekannt. Sie hat vieles gesagt. Ja, ich habe die Frisur jeden Tag gemacht für die Irma. Sie hatte kein Geld. Aber sie hat mir etwas gegeben.
Ich habe es noch heute, zum Beispiel einige Taschentücher oder etwas, oder Perlen oder so weiter. Weil sie hat ... Die Burg hat sie nicht mehr gehabt, aber die Kleidung, die Möbel und alles hat sie zurückgekriegt.
Und dass sie dann hier in Ormoz bleibt, hat sie alles anderen, wie sagt man ...
[Sabrina]
Verpfändet?
[Sandra]
Verkauft? Ja, verkauft. Aber die Leute wissen noch heute, wo die Möbel sind, wo die Dinge sind.
Wir haben auch recherchiert, Fotografien gemacht und alles. Und die Gemeinde hat jetzt viele Dinge auch zurückgekauft.
[Sabrina]
Sehr schön.
[Sandra]
Dass wir auch im Schloss ihre Möbel und alles präsentieren können. Und auch ihre Geschichte.
[Sabrina]
Das heißt, ihr holt sie zurück ins Schloss?
[Sandra]
Ja.
[Sabrina]
Sehr schön.
[Sandra]
Es gibt vieles über ihr, aber ich weiß nicht ... Es ist auch interessant, dass sie mit ihrem Mann diesen Park neben. Es war schon ein Park hier, aber nicht so in diesem englischen Typ, wie sagt man, mit diesen tropischen Bäumen.
Wir haben Ginkgo, zum Beispiel, oder Tulipbaum. Und interessant war nicht nur, dass sie so gerne diese Bäume und Blumen alles hatte, sie hatte auch gerne Tiere. Sie hatte spezielle Tiere.
[Sabrina] (17:41 - 17:44)
Ja, davon werden wir später erzählen.
[Sandra] (17:44 - 17:44)
Okay.
[Sabrina] (17:46 - 18:00)
Was heißt später? Du kannst es eigentlich jetzt schon erzählen, dass sie Schlangen hatte. Ja, Schlangen.
Sie hatte sehr gerne Schlangen gehabt. Ich habe Geschichten gehört, auch von den Bewohnern, überall, dass sie den Schlangen Milch gegeben hat.
Wir wissen, die Schlangen trinken keine Milch, aber die Mäuse haben Milch getrunken, und die Schlangen waren nur dort und haben sie dann gegessen, die Maus. Das sind die ewigen Schlangen, von den Gräfin. Sie können nicht arbeiten und nach der Maus suchen, aber die Maus kommt zu ihnen.
Aber es waren nicht nur Schlangen, sie hatten auch andere Tiere. Zum Beispiel, sie hatte auch Kätzchen, sehr interessant, ein Hörnchen. Eichhörnchen?
Ein Hörnchen in einem Käfig, hat sie gehabt.
[Sabrina]
Okay, aber normalerweise springen die doch im Baum so durch die Gegend, dass sie man wunderbar beobachten kann.
[Sandra]
Sie hatte es immer dabei gehabt. Dabei gehabt? Ja, in dem Balkon, wo sie geraucht hat, das habe ich nicht gesagt, sie hat sehr gerne geraucht.
Marlboro Light, ja. Das wissen wir auch, weil die Leute haben mir vieles erzählt, ich habe genau gesucht nach Leuten, die noch leben und dass sie mir alles erzählen, was sie gerne gehabt hat, was sie gerne gegessen haben, auch recherchiert und so weiter. Deswegen haben wir auf ihrem Geburtstag, am 21. Mai, haben wir nur Wein gehabt, den sie damals getrunken hat, Essen gehabt, das sie sehr gerne isst und auch Geschichten, alte Leute, alle hierher kamen und erzählten die Geschichten über sie.
[Sabrina]
Jetzt könnte man ja sagen, okay, warum hängt man sich an genau dieser Frau auf? Was macht diese Frau so besonders? Ist es nur, dass sie in dieser Burg gelebt hat?
Oder ist es die Tatsache, dass sie in dieser Burg gelebt hat, aber noch so viele Eigenschaften mitbringt, die unüblich waren für die damalige Zeit. Und dass sie auch im Zweiten Weltkrieg nahe ihrer Burg geblieben ist.
[Sandra]
Und nicht nur das, sie hat den Menschen viel geholfen. Vor, in der Zeit vom Ersten und Zweiten Weltkrieg hat sie auch den Kreuz Schwestern geholfen, so sagt man diese medizinischen Schwestern damals. Hat auch zum Beispiel wenn sie kam, in dieser Stadt, hatten wir keine Fotografien, schwarz-weiße, nur die Fotografen aus Graz und Vienna haben gekommen, aber sie hat gesehen, ja, die Menschen möchten auch das tun.
Sie hat zum Beispiel einen Fotoapparat gekauft. Nur so. Deswegen haben wir auch eine Fotosammlung in der Burg, wegen sie.
Oder sie hat auch, wie sagt man, immer war sie dabei überall, wenn etwas passierte oder etwas ist nicht gut oder hat Geld gegeben oder hat geholfen. Deswegen, wie sagt man, haben die Leute dann nach dem Krieg ihr geholfen, weil sie war ohne Geld und ohne alles. Aber trotzdem war sie interessant.
Sie hat nach, ich weiß nicht, Lichtenstein oder ich weiß wo gereist und sie hatte kein Geld mehr. Ja, sie hat alles benutzt, was sie hatte. Und dann hat sie ein Telegram nach Ormoz geschickt, könnt ihr ein bisschen Geld geben, ich möchte zurückkommen.
So war sie. Sie lebte jeden Tag bis zum Ende, wie es geht, mit Geld oder ohne Geld, aber ja.
[Sabrina]
Jetzt hast du ja vorhin kurz den Park erwähnt, der eben ganz viele besondere Pflanzen in sich trägt. Es ist auch eine ganz besondere Atmosphäre dort.
[Sandra]
Ja.
[Sabrina]
Wie würdest du sie beschreiben?
[Sandra]
Es ist so, warum dieser Park interessant ist. Nach dem Krieg haben die, wie sagt man, in Jugoslawien, kommunistische Region, diese Blocks gebaut oder Häuser in den Parks, weil es war ein großes Teil neben der Burg oder Stadt und dann haben sie vieles gebaut. Aber hier nicht. Dieser Park ist so groß, wie es damals war, schon vor Irma. Schon vor Irma war ein Park hier, weil immer, wenn man ein Schloss oder Burg hat, hat man einen Park, dass die Adligen dann spazieren.
Aber Irma und der William hatten diesen Park ein bisschen anders gemacht, so in diesem englischen Typ des Parks. Und es ist der größte in Slowenien. Er hat elf Hektar, ist er groß, und hat 1200 Bäume und 105 verschiedene, diese tropischen Bäume, die man nicht überall sieht, wie zum Beispiel die Exoten, wie Ginkgo oder Tulipbaum und so weiter.
Da kann man auch viele sehen. Und der, der diesen Park gemacht hat, war nicht aus Slowenien oder Jugoslawien oder Deutschland und so weiter, aber aus schwedischen, wie sagt man, aus Schweden.
[Sabrina]
Aus dem schwedischen Königreich oder aus Schweden?
[Sandra] Ja, aus Schweden. Er war der Karl Gustav Svensson. Sehr interessant.
Er war der Architekt, der das so gemacht hat, schön wie es heute ist. Noch immer sind die Bäume die selben Bäume, die damals Irma und Isa aus Schweden gepflanzt haben.
[Sabrina]
Wahrscheinlich hat es jemand anderes gepflanzt.
[Sandra]
Ja, aber trotzdem, sie war dabei. Genau.
[Sabrina]
Und stimmt es, dass die Gräfin auch im Park begraben ist?
[Sandra]
Ja. Warum soll sie?
[Sabrina]
Das ist auch nochmal spannender, interessanter, sie aufzuspüren.
[Sandra]
Ja, sie hat immer gesagt, wenn sie gelebt hat, sie möchte nicht dort begraben sein, in diesem Friedhof, aber sie möchte begraben sein, wo der Park ist, wo ihre Bäume sind, ihre Blumen und ihre Schlangen. Und sie ist noch immer dort begraben, ja. Man kann im ganzen Park nur ein kleines Gebäude finden und dieser ist von Irma.
[Sabrina]
ist dann ihr Grabstein, meinst du?
[Sandra]
Ja, nicht nur Grabstein, das ist wie eine Kapelle, so eine kleine Kapelle und drinnen ist der Grabstein, so.
[Sabrina]
Aha, okay. Wenn wir jetzt nochmal Ormoz als großes Ganzes betrachten, was sollten wir auf keinen Fall verpassen, wenn wir hier herkommen und die Burg schon gesehen haben?
[Sandra]
Ja, in der Burg kann man so machen, kann man in den Touristen-Informations-Center gehen, das ist hier drinnen. Sie haben alle Informationen über die Region Prlekija, nennt man sie, oder auch Jeruzalem, ja. Und auf keinen Fall soll man Jeruzalem verpassen, man muss dort sehen, diese schönen Terrassen, diese Weinberge, so.
Und auch neben dem Burg, ja, haben wir eine, wie sagt man, äh, Ormoska klet, sagen wir, die Weinkeller, ja, Weinkeller, und dieser ist sieben Etagen tief, von denen sind fünf Etagen in der Erde 25 Meter tief, kann man gehen, ja, und die Weine verkosten dort, das ist auch sehr interessant zu sehen. Und dann kann man auch, wenn man Natur sehr gerne hat, in die Ormoske Lagune gehen. Das sind nicht die Lagunen mit Schwimmen und so, aber das sind, äh, wie sagt man, ein großes Schutzgebiet mit, äh, Tieren, mit Vögeln, Wasserbüffeln, das kann man alles sich ansehen und ein bisschen spazieren.
Äh, auch sehr schön zu sehen, und dann, ja. Und der Wetter wird immer schön sein, weil die Leute sagen, dass, äh, Ormoz, die Stadt, die statistisch mehr Sonnenlicht hat als in ganz Slowenien.
[Sabrina]
Ich dachte, das wäre Jeruzalem gewesen.
[Sandra]
Ormoz und Jeruzalem, wir sind ganz zusammen. Ja, weil wir haben auch ein Motto für die Stadt Ormoz, nicht Jeruzalem, aber Ormoz, die Sonne von Prlekija. Prlekija ist unsere Region.
[Sabrina]
Und dann kommen wir jetzt nochmal zurück zu deinen Recherchen, deiner Geschichte. Gab es denn einen Moment, in dem du dachtest, das kann doch nicht wahr sein und trotzdem ist es wahr?
[Sandra]
Es gibt vieles, aber eine Geschichte kann ich noch immer nicht glauben. Das ist die Geschichte über die Rose. Wir haben eine Rose, die nur aus Ormoz kommt.
Das recherchieren wir noch immer. Aber es gibt die Geschichte zwischen den Weltkriegen, Ersten und Zweiten. Ein Albert Bruder aus Österreich war Chemiker und hat sich mit Garten und Chemie beschäftigt.
Er hat eine extra Rose aus Ormoz gemacht. Er hat mehrere zusammen gemacht und eine gemacht, die unsere ist. Was sehr interessant ist, nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es diese Gärtnerei nicht mehr.
Diesen Albert auch nicht mehr. Aber die Rosen sind geblieben. Und die alten Leute aus Ormoz haben sie bewahrt.
Und jetzt können wir das alles im nächsten Jahr ganz Ormoz mit diesen Blumenrosen wieder bepflanzen. Diese Rosen waren jede Woche bei dem König Alexander in Beograd. Und auch in den Niederlanden.
Sie haben nicht nur diese Tulips verkauft, aber auch die Rose aus Ormoz.
[Sabrina] Oh, coole Geschichte.
[Sandra]
Ja, aber das werden wir noch recherchieren.
[Sabrina]
Und ihr werdet noch so viel mehr recherchieren. Also man kann da wirklich gespannt sein, wie sich die Geschichte rund um Ormoz, rund um die Burg entwickeln wird. Was wir in der Gegenwart aus der Vergangenheit erfahren.
Und zum Schluss eine Frage, die wir allen unseren Gästen stellen. Wenn du Slowenien in nur acht Wörtern beschreiben müsstest, welche acht Wörter wären das, wenn die ganze Welt das auf einer Plakatwand lesen könnte?
[Sandra]
Grün, freundlich, traditionell, gastfreundlich, sonnig, weinreich, köstlich und überraschend.
[Sabrina]
Überraschend wie Ormoz und seine Geschichte.
Entdecken Sie noch:
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